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Blog für S/4HANA, SAP BTP, OpenText, E-Rechnung und Neptune

SAP DRC vs OpenText Trading Grid e-Invoicing

Schlagwörter:

Einleitung

In vielen Unternehmen ist E-Invoicing gerade kein „IT-Feature“ mehr, sondern ein dauerhaftes Compliance-Betriebsmodell: neue Länderanforderungen, neue Validierungen, neue Statusrückmeldungen, neue Meldewege. Genau deshalb kommt eine Frage immer wieder: SAP DRC vs OpenText Trading Grid e-Invoicing. Wo liegen die echten Unterschiede – fachlich, technisch und im Betrieb? Und: Kann man beides kombinieren, wenn SAP gesetzt ist, aber zusätzlich Non-SAP-Systeme (z. B. Billing, Commerce, CRM/CPQ, lokale ERPs) Rechnungsdaten erzeugen oder verändern?

Dieser Artikel ist eine Entscheidungshilfe für CFO/Head of Tax und Finance IT – im Klartext: Was zählt im Audit, was zählt im Betrieb, und wie verhinderst du Doppelstrukturen.


Inhaltsverzeichnis


1. Kurzfassung in 60 Sekunden

SAP DRC vs OpenText Trading Grid e-Invoicing ist selten ein Feature-Vergleich. Es ist die Wahl zwischen zwei Prinzipien:

  • SAP DRC passt häufig, wenn Rechnungen überwiegend in SAP entstehen und du Kontrolle, Belegbezug und Monitoring ERP-nah halten willst.
  • OpenText Trading Grid e-Invoicing passt häufig, wenn dein Engpass Skalierung ist: viele Länder, viele Partner, viele Kanäle – und/oder mehrere Quellsysteme (SAP + Non-SAP) – und du E-Invoicing als zentrale Austauschschicht betreiben willst.
  • Hybrid ist möglich und oft sinnvoll – aber nur, wenn pro Land/Prozess eine führende Orchestrierung definiert ist (sonst entstehen doppelte Statuswelten und unklare Ownership).

Passende interne Vertiefungen:


2. SAP DRC vs OpenText Trading Grid e-Invoicing: Was bei der Auswahl wirklich entscheidet

In Projekten entscheiden nicht die schönsten Folien, sondern drei Realitäten:

  1. Länder-Roadmap & Change-Takt
    Je mehr Länder parallel und je schneller der Rollout, desto wichtiger werden Releasefähigkeit, Regressionstests, Monitoring und ein belastbares Operating Model.
  2. Systemlandschaft: SAP + Non-SAP
    Sobald Non-SAP-Systeme Rechnungsdaten erzeugen oder verändern, musst du klären: Wo entsteht die „Golden Invoice“? Und wie kommen Statusrückmeldungen (Accepted/Rejected/Correction) konsistent zurück?
  3. Partner- & Kanalvielfalt
    E-Invoicing ist nicht nur „Format“, sondern Transportweg, Zustellnachweis, Statusketten, Korrekturen, Stornos. Der Long Tail entscheidet, ob Betrieb planbar bleibt.

Merksatz: Die richtige Lösung ist die, die Ausnahmen und Varianten sauber beherrscht – nicht die, die im Happy Path glänzt.


3. SAP DRC: Stärken, Grenzen, typischer Fit

Wofür SAP DRC typischerweise stark ist

  • SAP ERP-Nähe & Belegbezug: Prozesse, Status und Klärfälle bleiben nah am SAP-Beleg.
  • Governance im SAP-Modell: Rollen, Berechtigungen, Change- und Betriebsprozesse sind oft bereits etabliert.
  • Schlank bei Standardisierung: Wenn O2C/P2P harmonisiert sind und Rechnungen überwiegend aus SAP kommen, bleibt die Architektur übersichtlich.

Wo SAP DRC typischerweise Grenzen zeigt

  • Multi-System-Komplexität: Je mehr Non-SAP-Quellen beteiligt sind, desto mehr Aufwand steckt in Integration, Harmonisierung und End-to-End-Transparenz.
  • Connectivity als Engpass: Wenn Partner-Onboarding, EDI/Portale und Kanäle dominieren, reicht „SAP ERP-nah“ allein oft nicht als Betriebsstrategie.
  • Operating Model bleibt Pflicht: Monitoring, Incident-Ownership und Tests müssen klar organisiert sein – sonst wird E-Invoicing ein Nervthema.

Integration/Entkopplung als Baustein:


4. OpenText Trading Grid e-Invoicing: Stärken, Grenzen, typischer Fit

Wofür OpenText Trading Grid stark ist

  • Skalierung über Partner/Kanäle: Eine zentrale Austauschschicht kann viele Kommunikationswege konsistent bedienen.
  • Entkopplung & Multi-ERP: Mehrere Quellsysteme lassen sich bündeln – nach außen bleibt der Prozess einheitlich.
  • Betriebsfokus: Wenn du E-Invoicing als dauerhaftes Compliance-Betriebsmodell siehst, ist ein zentraler Ansatz oft leichter zu standardisieren.

Wo OpenText Trading Grid typischerweise Grenzen zeigt

  • Service ersetzt keine Verantwortung: Tax-Freigaben, interne Kontrollen, Klärfälle und Prozessentscheidungen bleiben bei dir.
  • Datenqualität bleibt der Flaschenhals: Stammdaten-/Tax-Fehler im Quellsystem werden nicht „automatisch draußen“ richtig.
  • Hybrid-Risiko: Ohne klare Führungslogik entstehen zwei Statuswahrheiten (SAP vs Hub) – das ist im Auditfall gefährlich.

P2P-Kontext (optional als angrenzendes Thema):


5. Die 6 Unterschiede zwischen SAP DRC und OpenText Trading Grid e-Invoicing, die in Projekten zählen

5.1 Führungslogik: Wer orchestriert pro Land/Flow?

Das ist die wichtigste Frage bei SAP DRC vs OpenText Trading Grid e-Invoicing: Wer ist führend für Versand, Status, Exceptions und Korrekturen?
Wenn diese Verantwortung „geteilt“ ist, bekommst du doppelte Fehlerbilder, doppelte Abstimmungen – und am Ende ungeklärte Ownership.

5.2 Non-SAP-Integration: Wie kommt die Rechnung „sauber“ zur Orchestrierung?

Sobald Non-SAP Quellen beteiligt sind, brauchst du:

  • ein kanonisches Invoice-Datenmodell (Pflichtfelder, Identifikatoren, Tax-Logik),
  • Validierung vor Versand (fachlich + technisch),
  • Rückschreibung von Status/Reject-Gründen ins führende System.

Kompetenzanker:

5.3 Connectivity/Partner-Onboarding: Wie groß ist dein Long Tail?

Ein paar große Kunden sind anders als tausende Partner. Entscheidend ist: Wie schnell funktioniert Onboarding? Wie zuverlässig laufen Status, Resends und Eskalationen? Wie transparent sind Klärfälle?
Wenn Connectivity der Engpass ist, gewinnt häufig ein Hub-/Netzwerkansatz.

5.4 Exception Handling: Rejections, Korrekturen, Stornos

CFO/Tax interessiert nicht der Happy Path, sondern der Nachweis: Wann wurde was gesendet? Welche Rückmeldung kam wann? Wie wurde korrigiert? Wer hat entschieden?
Wenn diese Kette nicht einheitlich, nachvollziehbar und revisionssicher ist, wird E-Invoicing zum Audit-Risiko.

5.5 Operating Model: Wer betreibt den Dauerprozess?

E-Invoicing braucht ein TOM (Target Operating Model), z. B. für:

  • Monitoring (Business Hours vs 24/7)
  • Incident/Problem Management
  • Release-/Regressionstests
  • RACI zwischen Tax, Finance IT, SSC und ggf. Provider

Betriebsanker:

5.6 Template vs lokale Abweichung

Hast du ein stabiles globales SAP-Template, ist SAP ERP-Nähe ein echter Vorteil. Bist du stark dezentral (M&A, lokale Non SAP ERPs), ist Entkopplung oft der Weg zu Stabilität – sonst wächst die Komplexität mit jedem neuen Land.


6. Hybrid: Kann man SAP DRC und Open Text Trading Grid kombinieren?

Ja – Hybrid ist möglich. In SAP-plus-Non-SAP-Landschaften ist das oft der realistischste Zielzustand. Der Erfolgsfaktor ist aber nicht „beides haben“, sondern:

Pro Land/Pro Prozess gibt es genau eine führende Orchestrierung.

Hybrid-Zielbild A: SAP DRC führt, Trading Grid liefert Connectivity

Sinnvoll, wenn SAP dein System of Record für Faktura und Buchung ist und du Belegbezug/Kontrollen SAP-nah halten willst, Trading Grid aber für Partner-/Kanalvielfalt oder spezielle Austauschwege nutzt.

Hybrid-Zielbild B: Trading Grid führt, SAP DRC wird gezielt genutzt

Sinnvoll, wenn mehrere Quellsysteme gleichwertig sind und du nach außen eine zentrale E-Invoicing-Schicht willst (Status, Reporting, Austausch), SAP aber sauber eingebunden bleiben soll.

Wichtig: Hybrid ist kein „doppelt absichern“. Hybrid ist „klar trennen“.


7. Entscheidungsmatrix (Quick-Check)

Tendenz SAP DRC, wenn…

  • Rechnungen überwiegend in SAP entstehen,
  • du Governance/Monitoring im SAP-Kontext halten willst,
  • Prozesse stark standardisiert sind,
  • Connectivity/Partnerkanäle überschaubar sind.

Tendenz OpenText Trading Grid e-Invoicing, wenn…

  • viele Länder parallel live müssen,
  • Partner-/Kanal/ERP Vielfalt groß ist,
  • mehrere Systeme Rechnungsdaten erzeugen/ändern,
  • Entkopplung und zentraler Betrieb wichtiger sind als SAP ERP-Nähe.

Tendenz Hybrid, wenn…

  • SAP Finance-Core gesetzt ist, aber Non-SAP fachlich relevant liefert,
  • du SAP-Belegbezug behalten willst, aber Connectivity skalieren musst,
  • du eine zentrale Schicht nach außen brauchst, ohne SAP-Prozesse zu zerreißen.

8. Vorgehen zur Entscheidung zwischen SAP DRC und OpenText Trading Grid e-Invoicing

Damit CFO/Head of Tax und Finance IT gemeinsam entscheiden (statt parallel zu argumentieren), hat sich ein kompakter Sprint mit klaren Ergebnissen bewährt:

  1. Scope & Roadmap (Länder, Volumen, O2C/P2P, Quellsysteme, Go-Lives)
  2. Kontroll- & Nachweisbild (Tax-led): Audit-Trail, Statuskette, Korrekturprozesse, Freigaben
  3. Referenzarchitektur (Finance IT-led): Payload, Integration, Rückmeldungen, Monitoring end-to-end
  4. Target Operating Model: RACI, SLAs, Incident-Prozess, Release-/Teststrategie
  5. Entscheidungsvorlage: SAP DRC vs Trading Grid vs Hybrid – inkl. Risiken & Aufwandstreibern

Wenn du eine Entscheidung brauchst, die im Steering Committee trägt: Starte über
E-Rechnung mit SAP: E-Rechnung mit SAP | PEPPOL | X-Rechnung | ZUGFeRD
oder sende eine Anfrage über das Kontaktformular: Kontaktformular | Fink IT-Solutions – IT-Beratung & Lösungen in Würzburg


9. Fazit

SAP DRC vs OpenText Trading Grid e-Invoicing ist eine Entscheidung über Führung, Skalierung und Betrieb.
Wenn du SAP-zentriert bist, ein stabiles Template hast und ERP-nahe Kontrolle priorisierst, ist SAP DRC häufig der klare Pfad.
Wenn Partner-/Kanalvielfalt, Multi-System-Landschaft und Skalierung dominieren, ist Trading Grid oft die passende Antwort.
Hybrid ist sinnvoll – wenn du Orchestrierung und Ownership pro Land/Flow eindeutig festlegst.

Wenn du nur eine Sache mitnimmst: Entscheide zuerst das Operating Model – dann das Tool.


10. FAQ

Was ist der wichtigste Unterschied zwischen SAP DRC und OpenText Trading Grid e-Invoicing?

SAP DRC ist typischerweise SAP ERP-nah (Belegbezug, Governance, Monitoring im SAP-Kontext).
Trading Grid ist typischerweise hub-/netzwerk-nah (Entkopplung, Connectivity, Skalierung über Kanäle und Quellsysteme).

Kann man SAP DRC und Trading Grid gleichzeitig einsetzen?

Ja, als Hybrid – besonders bei SAP + Non-SAP. Voraussetzung ist, dass pro Land/Prozess genau eine führende Orchestrierung definiert ist, sonst entstehen doppelte Status- und Fehlerwelten.

Was ist der häufigste Fehler in E-Invoicing-Programmen?

Tool-Auswahl ohne TOM: Monitoring, Exceptions, Releases, Regressionstests und Verantwortlichkeiten werden unterschätzt. In der Praxis scheitert E-Invoicing selten am Format – sondern am Betrieb.

Welche Teams müssen von Anfang an gemeinsam entscheiden?

Mindestens Tax, Finance IT und der Prozessowner (z. B. O2C/P2P/SSC). Je nach Setup zusätzlich Enterprise Architecture, Integration Team und Provider Management.


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