Einleitung
In vielen Unternehmen ist E-Invoicing gerade kein „IT-Feature“ mehr, sondern ein dauerhaftes Compliance-Betriebsmodell: neue Länderanforderungen, neue Validierungen, neue Statusrückmeldungen, neue Meldewege. Genau deshalb kommt eine Frage immer wieder: SAP DRC vs OpenText Trading Grid e-Invoicing. Wo liegen die echten Unterschiede – fachlich, technisch und im Betrieb? Und: Kann man beides kombinieren, wenn SAP gesetzt ist, aber zusätzlich Non-SAP-Systeme (z. B. Billing, Commerce, CRM/CPQ, lokale ERPs) Rechnungsdaten erzeugen oder verändern?

Dieser Artikel ist eine Entscheidungshilfe für CFO/Head of Tax und Finance IT – im Klartext: Was zählt im Audit, was zählt im Betrieb, und wie verhinderst du Doppelstrukturen.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Kurzfassung in 60 Sekunden
- 2. SAP DRC vs OpenText Trading Grid e-Invoicing: Was bei der Auswahl wirklich entscheidet
- 3. SAP DRC: Stärken, Grenzen, typischer Fit
- 4. OpenText Trading Grid e-Invoicing: Stärken, Grenzen, typischer Fit
- 5. Die 6 Unterschiede zwischen SAP DRC und OpenText Trading Grid e-Invoicing, die in Projekten zählen
- 6. Hybrid: Kann man SAP DRC und Open Text Trading Grid kombinieren?
- 7. Entscheidungsmatrix (Quick-Check)
- 8. Vorgehen zur Entscheidung zwischen SAP DRC und OpenText Trading Grid e-Invoicing
- 9. Fazit
- 10. FAQ
1. Kurzfassung in 60 Sekunden
SAP DRC vs OpenText Trading Grid e-Invoicing ist selten ein Feature-Vergleich. Es ist die Wahl zwischen zwei Prinzipien:
- SAP DRC passt häufig, wenn Rechnungen überwiegend in SAP entstehen und du Kontrolle, Belegbezug und Monitoring ERP-nah halten willst.
- OpenText Trading Grid e-Invoicing passt häufig, wenn dein Engpass Skalierung ist: viele Länder, viele Partner, viele Kanäle – und/oder mehrere Quellsysteme (SAP + Non-SAP) – und du E-Invoicing als zentrale Austauschschicht betreiben willst.
- Hybrid ist möglich und oft sinnvoll – aber nur, wenn pro Land/Prozess eine führende Orchestrierung definiert ist (sonst entstehen doppelte Statuswelten und unklare Ownership).
Passende interne Vertiefungen:
- E-Rechnung mit SAP: E-Rechnung mit SAP | PEPPOL | X-Rechnung | ZUGFeRD
- SAP DRC: SAP Document and Reporting Compliance
- OpenText Trading Grid e-Invoicing: OpenText Trading Grid e-Invoicing
2. SAP DRC vs OpenText Trading Grid e-Invoicing: Was bei der Auswahl wirklich entscheidet
In Projekten entscheiden nicht die schönsten Folien, sondern drei Realitäten:
- Länder-Roadmap & Change-Takt
Je mehr Länder parallel und je schneller der Rollout, desto wichtiger werden Releasefähigkeit, Regressionstests, Monitoring und ein belastbares Operating Model. - Systemlandschaft: SAP + Non-SAP
Sobald Non-SAP-Systeme Rechnungsdaten erzeugen oder verändern, musst du klären: Wo entsteht die „Golden Invoice“? Und wie kommen Statusrückmeldungen (Accepted/Rejected/Correction) konsistent zurück? - Partner- & Kanalvielfalt
E-Invoicing ist nicht nur „Format“, sondern Transportweg, Zustellnachweis, Statusketten, Korrekturen, Stornos. Der Long Tail entscheidet, ob Betrieb planbar bleibt.
Merksatz: Die richtige Lösung ist die, die Ausnahmen und Varianten sauber beherrscht – nicht die, die im Happy Path glänzt.
3. SAP DRC: Stärken, Grenzen, typischer Fit
Wofür SAP DRC typischerweise stark ist
- SAP ERP-Nähe & Belegbezug: Prozesse, Status und Klärfälle bleiben nah am SAP-Beleg.
- Governance im SAP-Modell: Rollen, Berechtigungen, Change- und Betriebsprozesse sind oft bereits etabliert.
- Schlank bei Standardisierung: Wenn O2C/P2P harmonisiert sind und Rechnungen überwiegend aus SAP kommen, bleibt die Architektur übersichtlich.
Wo SAP DRC typischerweise Grenzen zeigt
- Multi-System-Komplexität: Je mehr Non-SAP-Quellen beteiligt sind, desto mehr Aufwand steckt in Integration, Harmonisierung und End-to-End-Transparenz.
- Connectivity als Engpass: Wenn Partner-Onboarding, EDI/Portale und Kanäle dominieren, reicht „SAP ERP-nah“ allein oft nicht als Betriebsstrategie.
- Operating Model bleibt Pflicht: Monitoring, Incident-Ownership und Tests müssen klar organisiert sein – sonst wird E-Invoicing ein Nervthema.
Integration/Entkopplung als Baustein:
- SAP Integration Suite: SAP Integration Suite
4. OpenText Trading Grid e-Invoicing: Stärken, Grenzen, typischer Fit
Wofür OpenText Trading Grid stark ist
- Skalierung über Partner/Kanäle: Eine zentrale Austauschschicht kann viele Kommunikationswege konsistent bedienen.
- Entkopplung & Multi-ERP: Mehrere Quellsysteme lassen sich bündeln – nach außen bleibt der Prozess einheitlich.
- Betriebsfokus: Wenn du E-Invoicing als dauerhaftes Compliance-Betriebsmodell siehst, ist ein zentraler Ansatz oft leichter zu standardisieren.
Wo OpenText Trading Grid typischerweise Grenzen zeigt
- Service ersetzt keine Verantwortung: Tax-Freigaben, interne Kontrollen, Klärfälle und Prozessentscheidungen bleiben bei dir.
- Datenqualität bleibt der Flaschenhals: Stammdaten-/Tax-Fehler im Quellsystem werden nicht „automatisch draußen“ richtig.
- Hybrid-Risiko: Ohne klare Führungslogik entstehen zwei Statuswahrheiten (SAP vs Hub) – das ist im Auditfall gefährlich.
P2P-Kontext (optional als angrenzendes Thema):
- OpenText VIM: SAP Invoice Management by OpenText
5. Die 6 Unterschiede zwischen SAP DRC und OpenText Trading Grid e-Invoicing, die in Projekten zählen
5.1 Führungslogik: Wer orchestriert pro Land/Flow?
Das ist die wichtigste Frage bei SAP DRC vs OpenText Trading Grid e-Invoicing: Wer ist führend für Versand, Status, Exceptions und Korrekturen?
Wenn diese Verantwortung „geteilt“ ist, bekommst du doppelte Fehlerbilder, doppelte Abstimmungen – und am Ende ungeklärte Ownership.
5.2 Non-SAP-Integration: Wie kommt die Rechnung „sauber“ zur Orchestrierung?
Sobald Non-SAP Quellen beteiligt sind, brauchst du:
- ein kanonisches Invoice-Datenmodell (Pflichtfelder, Identifikatoren, Tax-Logik),
- Validierung vor Versand (fachlich + technisch),
- Rückschreibung von Status/Reject-Gründen ins führende System.
Kompetenzanker:
- Business Process Integration: Business Process Integration
5.3 Connectivity/Partner-Onboarding: Wie groß ist dein Long Tail?
Ein paar große Kunden sind anders als tausende Partner. Entscheidend ist: Wie schnell funktioniert Onboarding? Wie zuverlässig laufen Status, Resends und Eskalationen? Wie transparent sind Klärfälle?
Wenn Connectivity der Engpass ist, gewinnt häufig ein Hub-/Netzwerkansatz.
5.4 Exception Handling: Rejections, Korrekturen, Stornos
CFO/Tax interessiert nicht der Happy Path, sondern der Nachweis: Wann wurde was gesendet? Welche Rückmeldung kam wann? Wie wurde korrigiert? Wer hat entschieden?
Wenn diese Kette nicht einheitlich, nachvollziehbar und revisionssicher ist, wird E-Invoicing zum Audit-Risiko.
5.5 Operating Model: Wer betreibt den Dauerprozess?
E-Invoicing braucht ein TOM (Target Operating Model), z. B. für:
- Monitoring (Business Hours vs 24/7)
- Incident/Problem Management
- Release-/Regressionstests
- RACI zwischen Tax, Finance IT, SSC und ggf. Provider
Betriebsanker:
- Application Management Services (AMS): Application Management Services (AMS)
5.6 Template vs lokale Abweichung
Hast du ein stabiles globales SAP-Template, ist SAP ERP-Nähe ein echter Vorteil. Bist du stark dezentral (M&A, lokale Non SAP ERPs), ist Entkopplung oft der Weg zu Stabilität – sonst wächst die Komplexität mit jedem neuen Land.
6. Hybrid: Kann man SAP DRC und Open Text Trading Grid kombinieren?
Ja – Hybrid ist möglich. In SAP-plus-Non-SAP-Landschaften ist das oft der realistischste Zielzustand. Der Erfolgsfaktor ist aber nicht „beides haben“, sondern:
Pro Land/Pro Prozess gibt es genau eine führende Orchestrierung.
Hybrid-Zielbild A: SAP DRC führt, Trading Grid liefert Connectivity
Sinnvoll, wenn SAP dein System of Record für Faktura und Buchung ist und du Belegbezug/Kontrollen SAP-nah halten willst, Trading Grid aber für Partner-/Kanalvielfalt oder spezielle Austauschwege nutzt.
Hybrid-Zielbild B: Trading Grid führt, SAP DRC wird gezielt genutzt
Sinnvoll, wenn mehrere Quellsysteme gleichwertig sind und du nach außen eine zentrale E-Invoicing-Schicht willst (Status, Reporting, Austausch), SAP aber sauber eingebunden bleiben soll.
Wichtig: Hybrid ist kein „doppelt absichern“. Hybrid ist „klar trennen“.
7. Entscheidungsmatrix (Quick-Check)
Tendenz SAP DRC, wenn…
- Rechnungen überwiegend in SAP entstehen,
- du Governance/Monitoring im SAP-Kontext halten willst,
- Prozesse stark standardisiert sind,
- Connectivity/Partnerkanäle überschaubar sind.
Tendenz OpenText Trading Grid e-Invoicing, wenn…
- viele Länder parallel live müssen,
- Partner-/Kanal/ERP Vielfalt groß ist,
- mehrere Systeme Rechnungsdaten erzeugen/ändern,
- Entkopplung und zentraler Betrieb wichtiger sind als SAP ERP-Nähe.
Tendenz Hybrid, wenn…
- SAP Finance-Core gesetzt ist, aber Non-SAP fachlich relevant liefert,
- du SAP-Belegbezug behalten willst, aber Connectivity skalieren musst,
- du eine zentrale Schicht nach außen brauchst, ohne SAP-Prozesse zu zerreißen.
8. Vorgehen zur Entscheidung zwischen SAP DRC und OpenText Trading Grid e-Invoicing
Damit CFO/Head of Tax und Finance IT gemeinsam entscheiden (statt parallel zu argumentieren), hat sich ein kompakter Sprint mit klaren Ergebnissen bewährt:
- Scope & Roadmap (Länder, Volumen, O2C/P2P, Quellsysteme, Go-Lives)
- Kontroll- & Nachweisbild (Tax-led): Audit-Trail, Statuskette, Korrekturprozesse, Freigaben
- Referenzarchitektur (Finance IT-led): Payload, Integration, Rückmeldungen, Monitoring end-to-end
- Target Operating Model: RACI, SLAs, Incident-Prozess, Release-/Teststrategie
- Entscheidungsvorlage: SAP DRC vs Trading Grid vs Hybrid – inkl. Risiken & Aufwandstreibern
Wenn du eine Entscheidung brauchst, die im Steering Committee trägt: Starte über
E-Rechnung mit SAP: E-Rechnung mit SAP | PEPPOL | X-Rechnung | ZUGFeRD
oder sende eine Anfrage über das Kontaktformular: Kontaktformular | Fink IT-Solutions – IT-Beratung & Lösungen in Würzburg
9. Fazit
SAP DRC vs OpenText Trading Grid e-Invoicing ist eine Entscheidung über Führung, Skalierung und Betrieb.
Wenn du SAP-zentriert bist, ein stabiles Template hast und ERP-nahe Kontrolle priorisierst, ist SAP DRC häufig der klare Pfad.
Wenn Partner-/Kanalvielfalt, Multi-System-Landschaft und Skalierung dominieren, ist Trading Grid oft die passende Antwort.
Hybrid ist sinnvoll – wenn du Orchestrierung und Ownership pro Land/Flow eindeutig festlegst.
Wenn du nur eine Sache mitnimmst: Entscheide zuerst das Operating Model – dann das Tool.
10. FAQ
Was ist der wichtigste Unterschied zwischen SAP DRC und OpenText Trading Grid e-Invoicing?
SAP DRC ist typischerweise SAP ERP-nah (Belegbezug, Governance, Monitoring im SAP-Kontext).
Trading Grid ist typischerweise hub-/netzwerk-nah (Entkopplung, Connectivity, Skalierung über Kanäle und Quellsysteme).
Kann man SAP DRC und Trading Grid gleichzeitig einsetzen?
Ja, als Hybrid – besonders bei SAP + Non-SAP. Voraussetzung ist, dass pro Land/Prozess genau eine führende Orchestrierung definiert ist, sonst entstehen doppelte Status- und Fehlerwelten.
Was ist der häufigste Fehler in E-Invoicing-Programmen?
Tool-Auswahl ohne TOM: Monitoring, Exceptions, Releases, Regressionstests und Verantwortlichkeiten werden unterschätzt. In der Praxis scheitert E-Invoicing selten am Format – sondern am Betrieb.
Welche Teams müssen von Anfang an gemeinsam entscheiden?
Mindestens Tax, Finance IT und der Prozessowner (z. B. O2C/P2P/SSC). Je nach Setup zusätzlich Enterprise Architecture, Integration Team und Provider Management.
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