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SAP im Mittelstand: Ist SAP wirklich nur etwas für Konzerne?

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SAP wird noch immer häufig mit Großkonzernen, umfangreichen IT-Landschaften und langwierigen ERP-Projekten verbunden. Gerade im Mittelstand halten sich deshalb Vorbehalte: SAP sei zu teuer, zu komplex, zu unflexibel und die Einführung dauere zu lange. Dieses Bild ist nicht völlig unbegründet, passt jedoch nur noch bedingt zu dem Ansatz, den SAP heute mit SAP Cloud ERP und SAP GROW Fast verfolgt.

Denn statt möglichst umfangreicher Individualisierung steht heute ein standardisierter Cloud-ERP-Kern im Mittelpunkt. SAP GROW Fast soll die Einführung zusätzlich durch einen klar definierten Umfang, vorkonfigurierte Prozesse und eine strukturierte Implementierung beschleunigen. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Vorurteile gegenüber SAP im Mittelstand noch berechtigt sind, was sich durch SAP Cloud ERP verändert hat und für welche Unternehmen SAP GROW Fast tatsächlich interessant sein kann.

SAP im Mittelstand

Inhaltsverzeichnis

Warum gilt SAP noch immer als Lösung für Konzerne?

Dass SAP im Mittelstand teilweise skeptisch betrachtet wird, hat historische Gründe. Über viele Jahre standen SAP-Projekte häufig für umfangreiche Systemlandschaften, zahlreiche individuelle Entwicklungen und große Transformationsvorhaben. Je stärker ein ERP-System an individuelle Abläufe angepasst wurde, desto umfangreicher konnten auch Einführung, Wartung und spätere Weiterentwicklung werden.

Gerade mittelständische Unternehmen verfügen jedoch häufig über kleinere IT-Abteilungen und begrenztere Projektressourcen als internationale Konzerne. Deshalb ist nachvollziehbar, dass ein mehrjähriges ERP-Großprojekt mit schwer kalkulierbarem Aufwand wenig attraktiv erscheint.

Gleichzeitig sollten Unternehmen aber auch ihre heutige Systemlandschaft kritisch betrachten. Denn viele mittelständische ERP-Umgebungen sind über Jahre gewachsen. Das eigentliche ERP wird durch Excel-Dateien, Einzellösungen, manuelle Freigaben, Datenbanken oder zusätzliche Fachanwendungen ergänzt. Dadurch kann die vermeintlich einfache IT-Landschaft mit der Zeit selbst komplex werden.

Dass die Digitalisierung gerade im Mittelstand weiterhin eine Herausforderung ist, zeigt der KfW-Digitalisierungsbericht Mittelstand 2025. Demnach haben zuletzt lediglich 30 Prozent der mittelständischen Unternehmen Digitalisierungsprojekte durchgeführt. Gleichzeitig stellt die KfW weiterhin eine deutliche digitale Kluft zwischen größeren und kleineren Mittelständlern fest. Quelle: KfW – Digitalisierungsbericht Mittelstand 2025

Bei der Bewertung eines neuen ERP-Systems sollte deshalb nicht nur gefragt werden, wie hoch die Investition für eine Einführung ist. Ebenso relevant ist, welchen Aufwand eine bestehende, fragmentierte Systemlandschaft verursacht und ob sie zukünftiges Wachstum noch zuverlässig unterstützen kann.

Was verändert SAP GROW Fast für den Mittelstand?

Mit SAP GROW richtet SAP sein Cloud-ERP-Angebot ausdrücklich an wachsende Unternehmen, die beispielsweise mit einem Altsystem, Tabellenkalkulationen oder einer fragmentierten Anwendungslandschaft arbeiten und auf eine integrierte Plattform wechseln möchten. Grundlage des ERP-Bereichs ist SAP S/4HANA Cloud Public Edition. SAP stellt dabei vorkonfigurierte Best-Practice-Prozesse sowie branchenspezifische Workflows bereit.

SAP GROW Fast ist dabei kein separates ERP-System und keine eigene ERP-Lizenz. Vielmehr handelt es sich um ein strukturiertes Implementierungsangebot innerhalb des SAP-GROW-Ansatzes. Laut SAP kombiniert GROW Fast einen vordefinierten Umfang mit Implementierungswerkzeugen, Vorlagen, SAP Activate und einer standardisierten Vorgehensweise. Die Bereitstellung erfolgt über zertifizierte SAP-GROW-Partner beziehungsweise SAP Services and Support. Quelle: SAP – Was ist SAP GROW?

Genau darin liegt der wesentliche Unterschied zu einem klassischen ERP-Projekt mit sehr umfangreicher Individualisierung. Statt jede denkbare Anforderung bereits vor dem ersten Go-live umzusetzen, wird zunächst ein klarer ERP-Kern geschaffen. Anschließend kann das System auf Basis der weiteren Unternehmensentwicklung ausgebaut werden.

Mehr zum konkreten Ansatz finden Sie auf unserer Know-how-Seite zu SAP GROW Fast.

Vorurteil 1: SAP ist für den Mittelstand zu teuer

Die Aussage, SAP sei grundsätzlich zu teuer für mittelständische Unternehmen, greift zu kurz. Richtig ist allerdings, dass SAP Cloud ERP nicht über den niedrigsten Einstiegspreis am Markt positioniert wird. Ob eine ERP-Lösung wirtschaftlich ist, lässt sich deshalb nicht allein anhand der Lizenzkosten entscheiden.

Zu berücksichtigen sind vielmehr die Gesamtkosten über mehrere Jahre. Dazu zählen unter anderem:

  • Software und Lizenzen
  • Implementierung und Datenmigration
  • Schnittstellen und Erweiterungen
  • laufender Betrieb
  • Wartung und Updates
  • interne IT-Ressourcen
  • spätere Anpassungen und Weiterentwicklungen

Gerade bei klassischen ERP-Projekten können zusätzliche Kosten entstehen, wenn sich der Projektumfang während der Einführung immer weiter vergrößert. SAP GROW Fast verfolgt deshalb einen anderen Ansatz: Der Cloud-ERP-Umfang wird vorab definiert und mit standardisierten Implementierungsleistungen kombiniert. SAP spricht in diesem Zusammenhang von transparenten, abonnementbasierten Preisen sowie einem vordefinierten Scope.

SAP gibt außerdem an, dass die für SAP GROW verwendete Toolchain darauf ausgelegt ist, die Zeit bis zur Wertschöpfung um 40 bis 60 Prozent zu verkürzen und die Projektkosten um bis zu 50 Prozent zu reduzieren. Diese Werte sind ausdrücklich Herstellerangaben von SAP und keine unabhängige Garantie für ein konkretes ERP-Projekt. Quelle: SAP – SAP GROW für mittelständische Unternehmen

Auf einer weiteren SAP-Seite zu GROW Fast nennt der Hersteller für den strukturierten Implementierungsansatz bis zu 40 Prozent niedrigere Implementierungskosten gegenüber herkömmlichen ERP-Implementierungen. Auch hierbei handelt es sich um eine SAP-Angabe, deren tatsächliche Übertragbarkeit vom jeweiligen Projekt abhängt. Quelle: SAP – Was ist SAP GROW?

Für die ERP-Auswahl bedeutet das: Ein kleineres System kann bei einfachen Anforderungen die wirtschaftlichere Lösung sein. Steigen jedoch Prozesskomplexität, Integrationsbedarf und Wachstumsanforderungen, sollte nicht nur der kurzfristige Anschaffungspreis betrachtet werden. Dann gewinnt die Frage an Bedeutung, welche Lösung langfristig eine tragfähige Plattform bietet.

Vorurteil 2: Die Einführung von SAP dauert zu lange

Lange Einführungszeiten gehören zu den bekanntesten Vorbehalten gegenüber SAP. Auch dieses Vorurteil hat einen nachvollziehbaren Hintergrund, denn umfangreiche ERP-Transformationen mit zahlreichen Gesellschaften, individuellen Entwicklungen, Datenmigrationen und Schnittstellen können erhebliche Projektlaufzeiten verursachen.

SAP GROW Fast versucht jedoch nicht, ein beliebig großes Projekt einfach schneller durchzuführen. Stattdessen wird vor allem der Umfang des Einstiegs begrenzt. Unternehmen beginnen mit einem definierten Funktionsumfang und standardisierten Prozessen, anstatt sämtliche zukünftigen Anforderungen bereits in der ersten Projektphase abzubilden.

SAP spricht bei GROW Fast von einer planbaren Bereitstellung innerhalb von Wochen statt Monaten. Auf der Informationsseite zu SAP GROW heißt es außerdem, dass Unternehmen SAP S/4HANA Cloud Public Edition mithilfe des GROW-Fast-Ansatzes innerhalb weniger Wochen produktiv einsetzen können. Auch diese Zeitangabe stammt direkt von SAP und muss für ein konkretes Unternehmen individuell geprüft werden.

Eine schnelle Implementierung bedeutet allerdings nicht, dass auf Unternehmensseite kaum Arbeit entsteht. Auch bei einem standardisierten Projekt müssen beispielsweise:

  • Stammdaten geprüft und aufbereitet werden,
  • Prozessverantwortliche Entscheidungen treffen,
  • Key User in das Projekt eingebunden werden,
  • Datenmigrationen vorbereitet werden,
  • notwendige Schnittstellen geklärt werden und
  • Mitarbeitende auf die neuen Abläufe vorbereitet werden.

Der Vorteil liegt daher weniger darin, dass klassische Projektaufgaben verschwinden. Vielmehr wird bewusster entschieden, welche Anforderungen für den ersten Go-live tatsächlich benötigt werden. Gerade für mittelständische Unternehmen kann diese Priorisierung hilfreich sein, weil interne Projektressourcen nicht über einen langen Zeitraum gebunden werden müssen.

Vorurteil 3: SAP ist viel zu komplex

SAP Cloud ERP besitzt einen großen Funktionsumfang. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass ein mittelständisches Unternehmen sämtliche Funktionen gleichzeitig einführen oder nutzen muss.

SAP GROW ist darauf ausgelegt, mit einem klaren Funktionsbereich zu beginnen und die Plattform anschließend auszubauen. SAP nennt unter anderem Finanzwesen und Lieferkette als zentrale Bereiche und stellt nach eigenen Angaben vorkonfigurierte Geschäftsprozesse für mehr als 25 Branchen bereit.

Gerade beim Thema Komplexität lohnt sich allerdings ein Blick über das ERP-System hinaus. Eine typische mittelständische Systemlandschaft kann beispielsweise so aussehen:

  • Das ERP enthält Stamm- und Auftragsdaten.
  • Planungen werden zusätzlich in Excel durchgeführt.
  • Freigaben laufen per E-Mail.
  • Produktionsdaten liegen in einer weiteren Anwendung.
  • Auswertungen werden aus mehreren Datenquellen zusammengeführt.
  • Einzelne Bereiche verwenden zusätzliche Speziallösungen.

Jede einzelne Anwendung mag überschaubar sein. Zusammengenommen entsteht jedoch eine komplexe Landschaft aus Systembrüchen, Schnittstellen und teilweise unterschiedlichen Datenständen.

Ein integriertes Cloud ERP verfolgt den gegenteiligen Ansatz: Möglichst viele zentrale Prozesse sollen auf einer gemeinsamen Datenbasis zusammenspielen. SAP GROW umfasst laut SAP unter anderem Funktionen für Finance und Supply Chain. Innerhalb der Lieferkette unterstützt SAP Cloud ERP beispielsweise Prozesse rund um Fertigung, Logistik, Lagerhaltung und Anlagenmanagement.

Gerade für Fertigungsunternehmen kann dieser Zusammenhang entscheidend sein, weil Einkauf, Materialplanung, Produktion, Lager, Vertrieb und Finanzwesen eng miteinander verbunden sind. Die eigentliche Frage lautet daher nicht, ob SAP viele Funktionen besitzt, sondern ob eine integrierte Plattform die gesamte Unternehmenslandschaft einfacher und transparenter machen kann.

Vorurteil 4: SAP ist zu unflexibel

Auch der Begriff Flexibilität muss bei einem modernen Cloud ERP neu eingeordnet werden. Lange Zeit galt ein ERP vor allem dann als flexibel, wenn bestehende Prozesse möglichst exakt durch individuelle Programmierungen nachgebaut werden konnten. Das kann zwar kurzfristig komfortabel sein, führt langfristig aber häufig dazu, dass immer mehr individuelle Logik gepflegt werden muss.

SAP S/4HANA Cloud Public Edition setzt deshalb stärker auf Standardisierung, bietet gleichzeitig aber verschiedene Möglichkeiten für Erweiterungen. SAP unterscheidet unter anderem zwischen Key User Extensibility, Developer Extensibility und Side-by-Side Extensibility. Dabei erfüllen die verschiedenen Modelle unterschiedliche Zwecke. Kleinere Anpassungen können beispielsweise über Key-User-Erweiterungen vorgenommen werden. Für komplexere, eng integrierte Erweiterungen steht Developer Extensibility zur Verfügung, während lose gekoppelte Erweiterungen außerhalb des ERP-Kerns über Side-by-Side-Szenarien umgesetzt werden können. SAP nennt dafür die SAP Business Technology Platform und die Anbindung über freigegebene APIs beziehungsweise Events.

Damit ist SAP Cloud ERP keineswegs unveränderbar. Allerdings unterscheidet sich die Philosophie deutlich von einer stark individualisierten On-Premise-Lösung: Der Kern soll möglichst standardnah bleiben, während tatsächliche Differenzierungsmerkmale gezielt erweitert werden.

Für mittelständische Unternehmen kann genau das sinnvoll sein. Denn nicht jeder bestehende Prozess ist automatisch ein Wettbewerbsvorteil. Wenn ein Sonderprozess lediglich deshalb entstanden ist, weil das bisherige ERP eine bestimmte Funktion nicht unterstützt hat, sollte geprüft werden, ob er überhaupt in das neue System übernommen werden muss.

Vorurteil 5: SAP lohnt sich erst ab einer bestimmten Unternehmensgröße

Eine feste Grenze nach Umsatz oder Mitarbeiterzahl, ab der SAP sinnvoll wird, gibt es nicht. Auch SAP selbst beschreibt SAP GROW nicht über eine bestimmte Mindestgröße, sondern richtet das Angebot an wachsende Unternehmen, die unter anderem von Altsystemen, Tabellenkalkulationen oder fragmentierten Werkzeuglandschaften auf eine integrierte Cloud-ERP-Plattform wechseln möchten.

Zwei Unternehmen mit jeweils 200 Mitarbeitenden können daher vollkommen unterschiedliche Anforderungen haben. Während das eine Unternehmen an einem Standort mit überschaubarem Produktportfolio arbeitet, kann das andere mehrere Gesellschaften, internationale Lieferketten und komplexe Fertigungsprozesse steuern.

Für die ERP-Auswahl sind deshalb andere Faktoren aussagekräftiger als die reine Unternehmensgröße:

  • Wie komplex sind die Geschäftsprozesse?
  • Wie viele Systeme und Schnittstellen werden derzeit benötigt?
  • Wie stark sind Einkauf, Produktion, Vertrieb und Finance miteinander verzahnt?
  • Sind weitere Standorte oder Gesellschaften geplant?
  • Soll international expandiert werden?
  • Wie stark wächst das Unternehmen?
  • Kann das bestehende ERP diese Entwicklung noch abbilden?

Dass Cloud-Technologie längst kein reines Konzernmodell mehr ist, zeigen aktuelle Zahlen des Bitkom Cloud Report 2026. Demnach nutzen 86 Prozent der befragten Unternehmen in Deutschland bereits Cloud-Dienste. Weitere 14 Prozent planen oder diskutieren deren Einsatz. Für den Bericht wurden 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten repräsentativ befragt. Quelle: Bitkom – Cloud Report 2026

Cloud-basierte Unternehmensanwendungen sind damit längst in der Breite der deutschen Wirtschaft angekommen. Das allein bedeutet zwar noch nicht, dass SAP Cloud ERP für jedes Unternehmen geeignet ist. Es zeigt jedoch, dass das Betriebsmodell Cloud kein Argument mehr dafür ist, SAP ausschließlich dem Konzernumfeld zuzuordnen.

Für welche mittelständischen Unternehmen passt SAP GROW Fast?

SAP GROW Fast ist vor allem für Unternehmen interessant, die neu in die SAP-Welt einsteigen und ihre bestehende ERP-Landschaft modernisieren möchten. SAP selbst nennt insbesondere wachsende Unternehmen, denen Einstiegssysteme nicht mehr ausreichen oder die bislang mit einem fragmentierten Mix aus Anwendungen arbeiten.

Aus unserer Sicht sprechen insbesondere folgende Ausgangssituationen dafür, SAP Cloud ERP und GROW Fast genauer zu prüfen:

  • Das bestehende ERP-System stößt technisch oder funktional an Grenzen.
  • Viele Prozesse werden zusätzlich über Excel oder manuelle Lösungen gesteuert.
  • Daten müssen mehrfach erfasst oder zwischen Systemen übertragen werden.
  • Einkauf, Produktion, Vertrieb und Finance arbeiten nicht auf einer durchgängigen Datenbasis.
  • Das Unternehmen plant weiteres Wachstum oder Internationalisierung.
  • Neue Standorte oder Gesellschaften sollen integriert werden.
  • Die IT-Landschaft soll langfristig vereinheitlicht werden.
  • Das Unternehmen ist bereit, bestehende Prozesse zu hinterfragen und stärker zu standardisieren.

Gerade der letzte Punkt ist entscheidend. SAP GROW Fast beginnt laut SAP mit einer vordefinierten ERP-Konfiguration auf Basis branchenspezifischer Best Practices. Ergänzt wird dieser Ansatz durch Tools, Vorlagen und die SAP-Activate-Methodik.

Das Modell eignet sich deshalb besonders für Unternehmen, die nicht jede historische Besonderheit in das neue ERP übertragen möchten. Wer dagegen einen standardisierten Kern schaffen und diesen anschließend gezielt erweitern möchte, kann stärker von dem Ansatz profitieren.

Wann ist SAP Cloud ERP eher nicht die richtige Wahl?

Eine seriöse ERP-Beratung sollte auch zu dem Ergebnis kommen können, dass SAP Cloud ERP nicht die passende Lösung ist. Denn obwohl SAP GROW den Einstieg deutlich stärker auf wachsende und mittelständische Unternehmen ausrichtet, bedeutet das nicht, dass jedes Unternehmen automatisch SAP benötigt.

Bei sehr einfachen Prozessen, wenigen Anwendern und geringem Integrationsbedarf kann beispielsweise ein kleineres ERP-System wirtschaftlicher und organisatorisch sinnvoller sein. Ebenso kritisch sollte geprüft werden, wenn ein Unternehmen sehr viele unverzichtbare Sonderprozesse besitzt und gleichzeitig kaum Bereitschaft besteht, diese zu standardisieren.

SAP S/4HANA Cloud Public Edition bietet zwar verschiedene Erweiterungsmodelle, setzt jedoch bewusst auf kontrollierte Erweiterungen und einen möglichst stabilen Standardkern.

Deshalb funktioniert SAP GROW Fast nicht nach dem Prinzip, sämtliche bestehenden Prozesse unverändert in ein neues System zu übertragen. Gerade darin liegt jedoch eine Chance: Ein ERP-Wechsel bietet die Möglichkeit, über Jahre entstandene Abläufe neu zu bewerten. Was fachlich notwendig oder wettbewerbsdifferenzierend ist, sollte erhalten oder sinnvoll erweitert werden. Was dagegen lediglich aufgrund historischer Systemgrenzen entstanden ist, muss nicht zwangsläufig übernommen werden.

Fazit: SAP im Mittelstand ist keine Frage der Unternehmensgröße

Das Vorurteil, SAP sei grundsätzlich nur für Konzerne geeignet, passt nur noch eingeschränkt zur heutigen SAP-Cloud-ERP-Strategie. Mit SAP GROW adressiert SAP ausdrücklich wachsende Unternehmen und kombiniert SAP S/4HANA Cloud Public Edition mit vorkonfigurierten Prozessen und einem modularen Ausbau. SAP GROW Fast ergänzt diesen Ansatz durch einen vordefinierten Implementierungsumfang und eine standardisierte Vorgehensweise.

Damit verschwinden typische Herausforderungen eines ERP-Projekts allerdings nicht. Auch ein standardisierter Cloud-Ansatz benötigt saubere Daten, klare Prozessentscheidungen, ausreichend interne Ressourcen und Mitarbeitende, die die Veränderung mittragen. Entscheidend ist deshalb nicht, ob ein Unternehmen formal als klein, mittelständisch oder groß eingestuft wird.

Stattdessen sollte die Frage lauten: Ist die bestehende ERP-Landschaft noch in der Lage, die Entwicklung des Unternehmens in den kommenden Jahren zuverlässig abzubilden?

Wenn Insellösungen zunehmen, manuelle Zwischenprozesse immer mehr Zeit kosten und das aktuelle System Wachstum nur noch mit zusätzlichen Sonderlösungen bewältigen kann, lohnt sich eine Neubewertung. SAP Cloud ERP mit SAP GROW Fast kann dann eine Option sein – insbesondere dann, wenn das Unternehmen mit einem klar definierten Umfang starten, Prozesse stärker standardisieren und die Plattform anschließend schrittweise erweitern möchte.

Passt SAP GROW Fast zu Ihrem Unternehmen?

Sie prüfen derzeit ein neues ERP-System und möchten wissen, ob SAP Cloud ERP und SAP GROW Fast zu Ihrem Unternehmen passen? Wir unterstützen Sie dabei, Ihre bestehende Systemlandschaft, Anforderungen und Prozesse einzuordnen und zu bewerten, welcher Einstiegsumfang sinnvoll ist.

Dabei geht es nicht darum, SAP um jeden Preis einzuführen. Entscheidend ist, ob die Plattform fachlich, organisatorisch und wirtschaftlich zu Ihrer zukünftigen Unternehmensentwicklung passt.

Weitere Informationen: SAP Cloud ERP: Funktionen, Vorteile & Einsatzbereiche

FAQs zu SAP im Mittelstand

Ist SAP nur für Großunternehmen geeignet?

Nein. SAP richtet SAP GROW ausdrücklich an wachsende Unternehmen, die auf eine moderne Cloud-ERP-Plattform umsteigen möchten. Als typische Ausgangssituationen nennt SAP unter anderem Tabellenkalkulationen, Altsysteme und fragmentierte Anwendungslandschaften. Ob SAP im konkreten Fall sinnvoll ist, sollte allerdings nicht allein anhand der Mitarbeiterzahl entschieden werden. Prozesskomplexität, Integrationsbedarf und geplantes Wachstum sind wesentlich aussagekräftiger.

Ist SAP für den Mittelstand zu teuer?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Neben den Lizenzkosten müssen Implementierung, Betrieb, Schnittstellen, Erweiterungen und interne Ressourcen berücksichtigt werden. SAP GROW setzt auf transparente, abonnementbasierte Preise und SAP GROW Fast auf einen vordefinierten Implementierungsumfang. Gerade deshalb sollte nicht nur der Einstiegspreis, sondern die Wirtschaftlichkeit über mehrere Jahre verglichen werden.

Was ist SAP GROW Fast?

SAP GROW Fast ist kein eigenes ERP-System, sondern ein strukturiertes Implementierungsangebot für SAP GROW. Laut SAP gehören dazu ein vordefinierter Umfang, Implementierungstools, Vorlagen und eine standardisierte Methodik.

Wie schnell kann SAP GROW Fast eingeführt werden?

SAP gibt an, dass SAP S/4HANA Cloud Public Edition mit GROW Fast innerhalb weniger Wochen produktiv eingesetzt werden kann. Diese Angabe stammt vom Hersteller und hängt in der Praxis unter anderem von Datenqualität, Schnittstellen, Projektumfang und internen Ressourcen ab.

Ist SAP Cloud ERP flexibel genug für den Mittelstand?

SAP S/4HANA Cloud Public Edition unterstützt verschiedene Erweiterungsansätze, darunter Key User Extensibility, Developer Extensibility und Side-by-Side Extensibility. Individuelle Anforderungen können somit ergänzt werden, während der eigentliche ERP-Kern möglichst standardnah bleibt.

Für welche Unternehmen eignet sich SAP GROW Fast?

Der Ansatz eignet sich insbesondere für wachsende Unternehmen, die erstmals SAP einführen, bestehende Altsysteme ablösen oder eine fragmentierte Systemlandschaft vereinheitlichen möchten. Besonders wichtig ist dabei die Bereitschaft, nicht differenzierende Prozesse stärker an Standards auszurichten.

Was ist der Unterschied zwischen SAP GROW und SAP GROW Fast?

SAP GROW bezeichnet den Einstieg in die Cloud-ERP-Welt von SAP und beinhaltet unter anderem SAP S/4HANA Cloud Public Edition. SAP GROW Fast ist dagegen das strukturierte Implementierungsangebot mit vordefiniertem Umfang, Werkzeugen und Methodik.

Ist SAP ERP für mittelständische Fertigungsunternehmen geeignet?

SAP Cloud ERP unterstützt innerhalb der Lieferkette unter anderem Prozesse in Fertigung, Logistik, Lagerhaltung und Anlagenmanagement. Ob der verfügbare Funktionsumfang zu einem konkreten Fertigungsunternehmen passt, muss jedoch anhand der individuellen Prozesse und Anforderungen geprüft werden.

Muss ein Mittelständler seine Prozesse für SAP komplett verändern?

Nein. Allerdings verfolgt SAP GROW Fast einen standardorientierten Ansatz und startet mit einer vordefinierten ERP-Konfiguration auf Basis von Best Practices. Daher sollte während des Projekts bewusst entschieden werden, welche individuellen Prozesse tatsächlich erhalten werden müssen und wo ein SAP-Standardprozess sinnvoller ist.